Atlas europäischer Filmkultur
1945-1998
© 1999 Verein zur Förderung europäischer Filmkultur e.V., Berlin
Einführung
Gebrauchsanleitung 
Zu Idee und Inhalt des "Atlas europäischer Filmkultur"

Als im Februar 1997 der VEREIN ZUR FÖRDERUNG EUROPÄISCHER FILMKULTUR e.V. von Filmemachern, Verleihern, Vertretern filmkultureller Spielstätten und Filmpublizisten gegründet wurde, war der entscheidende Beweggrund, dass Filme der Kinematographien der europäischen Länder im Kino der BRD, wie übrigens auch in anderen europäischen Ländern, nur noch ein "Schattendasein" führen. Gegenwärtig dominiert die Tendenz, dass das Kino- und Verleihangebot nahezu ausschließlich von US-amerikanischen Filmen und den nationalen Kinematographien geprägt wird. Der Anteil des Kinofilms anderer Länder nimmt seit geraumer Zeit stetig ab, tendiert bei der Mehrzahl der Länder in der kommerziellen Kinopraxis gegen Null.
Film findet, im Gegensatz zu seinen künstlerischen Leistungen und Möglichkeiten als Kulturgut, in der Politik keine Akzeptanz. Statt kultureller bestimmen vorrangig kommerzielle Aspekte den Filmeinkauf und -einsatz. Damit wird der bestehenden filmkulturellen Infrastruktur im Kinobereich die Basis ihrer Arbeit in unvertretbarer und existenzbedrohender Weise eingeschränkt; auf die großen Möglichkeiten des Films für den europäischen Einigungsprozess wird "verzichtet". Die filmkulturelle Infrastruktur braucht im elementaren Interesse ihres Selbstverständnisses gerade den Film der europäischen Länder in seiner Vielfalt - sowohl mit aktuellen als auch filmgeschichtlich bedeutsamen Werken.
Erschwerend kommt in der aktuellen Situation hinzu, dass die Partner der kulturellen Kinomacher (Verleiher, Produzenten) mehr denn je auf wirtschaftliches Arbeiten angewiesen sind, um selbst zu überleben. Daraus resultieren oft nicht zu erfüllende finanzielle Konditionen und eine stringente Reduzierung des Filmangebots (wie auch der Laufzeit vieler dieser Filme).
Ein solches Angebot wäre heute nur noch durch die großen Verleihfirmen zu präsentieren. Dort besteht aber weder Interesse (da dies den kommerziellen Positionen widerspräche) noch die Logistik, sich einer solchen Aufgabe zu stellen.
Die aus Sicht des "Vereins zur Förderung europäischer Filmkultur" e.V. notwendigen Schritte zu einer wirklich substantiellen Veränderung dieser untragbaren Situation liegen im Aufbau einer europäischen kulturellen Verleihstruktur auf der Grundlage eines systematisch zu knüpfenden "Netzwerks europäischer Filmkultur" im Verbund mit Partnern in allen europäischen Ländern.
In Vorbereitung dieses Netzwerks sind zumindest drei grundlegende Aufgaben zu lösen:

1.     Schaffung eines kulturpolitisch handlungsfähigen europäischen 
        Verbundes aus allen Bereichen filmkultureller Arbeit.
2.     Der Aufbau eines "Filmkulturellen Zentrums" verbunden mit der 
        Entwicklung filmkultureller Projekte in Zusammenarbeit mit Partnern in 
        anderen europäischen Ländern.
3.     Erarbeitung einer Bestandsaufnahme zum Stand der Präsenz des Films 
        der europäischen Kinematographien in der BRD und zum eigentlichen 
        filmkulturell interessanten Angebot in den einzelnen Ländern.
Das Ergebnis dieser Bestandsaufnahme, die durch das "Filmkulturelle Zentrum" in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Institutionen, Verbänden und einzelnen Persönlichkeiten geleistet wurde, liegt mit diesem "Atlas europäischer Filmkultur 1945 bis 1998" vor. Hier wird dokumentiert, welche Filme dieses Zeitraums in der BRD verliehen wurden, welche heute nicht mehr zur Verfügung stehen und welche Filme zu keiner Zeit einen Verleih in der BRD gefunden haben. Besonderen Raum nimmt der Film der 90er Jahre ein, der in einer größeren Breite erfasst wurde, um einen umfassenderen Überblick zu gewährleisten, auch auf die Gefahr hin, dass mancher Film vielleicht bestimmten Kriterien oder Erwartungen nicht gerecht zu werden vermag.
Insgesamt erfolgte die Auswahl aber nach primär künstlerischen bzw. filmhistorischen Gesichtspunkten. Ein gewisser Subjektivismus ist naturgemäß bei einer solchen Arbeit nicht auszuschließen, auch wenn sich die Ergebnisse auf umfassendes Quellen- und Literaturstudium, auf Konsultationen mit Filmpublizisten und Kinomachern in der BRD und in möglichst allen anderen europäischen Ländern stützen können.

Zum Gebrauch der vorliegenden Internet-Präsentation des "Atlas europäischer Filmkultur"

Die vorliegende Internetpräsentation des "Atlas europäischer Filmkultur" ist lediglich eine Sammlung der Druckdateien des Atlas im PDF-Format, ohne das die Seiten für die Erfordernisse des Internet neu gesetzt und bearbeitet wurden. So finden Sie die Seiten mit dem für den Buchdruck typischen linken und rechten Satzspiegel, die Seitenzahlen befinden sich jeweils am unteren linken bzw. rechten Seitenrand, die Seitenzahlen des Inhaltsverzeichnisses und der Seiten sind die des Buchdruckes und entsprechen nicht denen, die der PDF-Viewer anzeigt etc.
Dies macht die Arbeit mit dieser Präsentation etwas unkomfortabel und umständlich. Es war uns jedoch so möglich, den Atlas schnell und mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand einem breiten Publikum via Internet zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, damit dem Anliegen des Atlas und der Arbeit des Netzwerkes europäische Filmkutur zu breiter Resonanz zu verhelfen.
Einige technische Hinweise zum Gebrauch der vorliegenden Internetpräsentation: Zur sinnvollen Nutzung des Atlas ist ein Browser erforderlich, der in der Lage ist, einen PDF-Viewer als Plug-In in einem Framefenster einzubinden (Die gängigen Browser wie Netscape und MS InternetExplorer erfüllen in Verbindung mit dem Adobe Acrobat Reader diese Voraussetzung. Links zu kostenlosen Downloads finden Sie auf der Startseite). Die Bildschirmauflösung sollte mindestens 800x600 betragen und der Browser im Vollbild laufen. Da der Text zu den Filminhalten sehr klein ist, ist eine höhere Auflösung empfehlenswert.  Wenn Sie den Acrobat-Reader als PDF-Viewer verwenden, sollte das Standard-Seitenlayout auf "fortlaufend" und die Standardvergrößerung auf "Seitenbreite" eingestellt werden (Hierzu den Acrobat-Reader einmal separat öffnen und die Einstellungen unter Datei-Grundeinstellungen-Allgemein vornehmen.).
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Wir hoffen, mit dieser Internetpräsentation unseres "Atlas europäischer Filmkultur" einen Beitrag für die Verbreitung des europäischen kulturellen Filmes zu leisten und wünschen Ihnen bei der Arbeit mit unserem Atlas viel Freude. Für Anregungen, Rückmeldungen und Kritik stehen wir gerne zur Verfügung.

Berlin im März 2000

Verein zur Förderung europäischer Filmkultur e.V., Berlin
Netzwerk europäische Filmkultur (NEFK) Berlin

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